Schulprogramm

Über viele Jahre hatten beide Standorte ihr eigenes Schulprogramm entwickelt und evaluiert, Konzepte erarbeitet und Elemente ergänzt. Nach der Fusion der beiden Systeme haben wir im Schuljahr 2009/10 zunächst pragmatisch an vielen Aufgaben gearbeitet, die sich aus dem Zusammenschluss ergaben und der Kooperation dienten. Im Schuljahr 2010/11 wurde ein gemeinsames Schulprogramm erarbeitet und beschlossen.

Schulprogramm der Schule am See


1. Einleitung

Zum Schuljahresbeginn 2009/10 wurden die Grundschule Holtsee und die Schule am Wittensee organisatorisch zu einer Schule zusammengelegt.

Das Ziel der beiden Gemeinden Holtsee und Groß Wittensee war es, den Erhalt ihrer Schulstandorte durch Übertragung der Schulträgerschaft auf den Schulverband Groß Wittensee/Holtsee mit dem öffentlich-rechtlichem Vertrag mit Wirkung vom 01. April 2009 zu sichern.

Seit Schuljahresbeginn 2009/10 sind beide Schulstandorte unter einer Schulleitung organisatorisch zusammengefasst. Viele aus dem Zusammenschluss resultierende Schritte und Entwicklungen wurden eingeleitet, um den Prozess des Zusammenwachsens und der Kooperation der beiden Schulstandorte erfolgreich zu gestalten.

Über viele Jahre haben beide Standorte ihr eigenes Schulprogramm entwickelt und evaluiert, Konzepte erarbeitet und Elemente ergänzt. Nach der Fusion der beiden Systeme haben wir im Schuljahr 2010/2011 ein gemeinsames Schulprogramm erarbeitet. Unser Förderkonzept ist integraler Bestandteil dieses Schulprogramms.

 Unser Schulprogramm ist:

• ein Arbeitsprogramm für die an der Schule Tätigen
• eine Information für Eltern und Interessierte


2. Leitbild

„Vertrauen in einen Menschen bringt das Beste in ihm ans Licht“ (Frederick W.Lewis)<//strong>

Unser besonderes Anliegen ist, den Schülerinnen und Schülern Erfolge zu vermitteln, die Lernprozesse für alle optimal zu gestalten, Lernschwierigkeiten zu erkennen und ihnen zu begegnen.

Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist unserer Auffassung nach die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls.

Von Anfang an gilt es, bei den Kindern Vertrauen aufzubauen, Herausforderungen meistern zu können. Das gelingt in einer wertschätzenden und freundlichen Atmosphäre, in der sich Schülerinnen und Schüler angenommen fühlen. Kinder dürfen nicht überfordert, unterfordert oder entmutigt werden. Deshalb wollen wir unterschiedliche Lernwege und -geschwindigkeiten zulassen und Hilfsmittel sowie unterstützende Maßnahmen mit einplanen. Das Pensum wird überschaubar gestaltet und orientiert sich an den grundlegenden und erreichbaren Zielen. Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen werden ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert und gefordert. Offene Arbeitsformen wie Stations- und Werkstattarbeit, Tages- und Wochenpläne mit Pflicht-  und Zusatzaufgaben sowie Freiarbeit sind etablierte Unterrichtsformen an unserer Schule. Lehrerzentrierter Unterricht und das bereichernde Klassengespräch haben in unserem Unterrichtsalltag ihren Stellenwert. In angeleiteten Lernformen werden bestimmte Inhalte oft zeitsparend und effektiv durchgeführt. Grundlegende Kompetenzen werden methodisch klar aufgebaut, Strategien angeboten und Lösungswege aufgezeigt.

 

3. Pädagogische Arbeit

3.1 Sozialkompetenz

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen soziale Kompetenzen erwerben und weiterentwickeln:

- eigene Stärken, Schwächen, Fähigkeiten, Interessen, Bedürfnisse, Vorlieben, ...  erkennen und (positiv) formulieren
- Hilfe geben und annehmen
- zuhören können
- Verantwortung für eigene Entscheidungen und Verhaltensweisen übernehmen
- offen miteinander umgehen, Verhalten anderer tolerieren
- Rücksicht nehmen, höflich miteinander umgehen
- im Team agieren, kooperieren, Kompromisse eingehen
- Konflikte gewaltfrei lösen, vermeiden (vermitteln, schlichten)
- sich in andere hinein fühlen, Gefühle deuten, Verständnis zeigen
- pfleglich mit Materialien umgehen

Unsere  Schülerinnen und Schüler  lernen, Verantwortung für eigenes und gemeinsames Handeln zu übernehmen. An unserer Schule erreichen wir das durch folgende Maßnahmen:

- Stärkung des Selbstwertgefühls durch ermutigende Erziehung, Vermitteln von Erfolgen
- Vorbildfunktion  aller an der Erziehung Mitwirkenden
- Differenzierung, positive Rückmeldungen
- Kooperation mit dem Elternhaus in wichtigen Erziehungsfragen 
- Verantwortung/Pflichten übernehmen (Klassen- und Aufräumdienste)
- Vereinbarungen gelten als Ordnungsregeln (Schulordnung mit STOPP-Regel, Klassenordnungen, Gesprächsregeln)
- Gewichtung sozialer Inhalte (Übungen, Aktivitäten, Projekte, Spiele, Rollenspiele, Gesprächskreise, gemeinschaftliche Vorhaben als Ansatzpunkte für soziales Lernen)
- Klassenrat/Schülerrat
- Bücherei/Spielekiste
- Patenschaften
- Ersthelfer
- Projekte zur Gewalt- und Suchtprävention, Grenzen lernen und verteidigen (KSH-Kurse, Gewaltpräventionstage, Droge 70)

3.2 Sportkonzept

- Lauftag, Seilsprungurkunde, Spaßolympiade
- wöchentliche gemeinsame Sportstunde in Holtsee mit Schülern der Klasse 3 bzw.4 aus Groß Wittensee
- möglichst zwei Sportstunden in der Woche
- Sportabzeichenabnahme
- Völkerballturnier in Holtsee
- Teilnahme am Crosslauf, Hallenfußballturnier, …

Holtsee:  wöchentlicher Gerätetag für alle Klassenstufen

Groß Wittensee: vielfältige Bewegungserfahrungen unter eingeschränkten Bedingungen

3.3 Vielfältiges Schulleben

An beiden Schulstandorten bereichern im Laufe des Schuljahres unterschiedliche Aktivitäten den Unterrichtsalltag.

Jährlich:
Einschulungsfeier mit Gottesdienst, Projekttage, Schulfest, Advents- und Frühlingsbasteln, Weihnachtsfeier, Fasching,  Abschiedsfest der Viertklässler, Vorlesewettbewerbe, Sportabzeichen, Lauftag, Völkerballturnier

Zeitlich variierend:
Klassenfahrten, Schulausflüge, Wandertage, Sportprojekte, Theaterfahrten, Autorenlesung, Erntedank, Arbeitsgemeinschaften

Klassenintern:
Miniprojekte, besondere Feste, Expertenbesuche, Unterrichtsgänge, außerschulische Lernorte, Übernachtung in der Schule, Lesenacht, Zelten, Waldspiele, Ernährungsführerschein

Bolivienunterstützung:
Seit 1995 unterstützen der Kindergarten und die Schule in Groß Wittensee ein Projekt für bolivianische Straßenkinder und Jugendliche. Die durch Martinsmarkt, Boliviencafé, Sponsorenläufe und andere Aktivitäten eingenommenen Gelder werden persönlich im Rahmen eines kleinen Festaktes an Mitarbeiter des Projekts übergeben. Vorträge, Briefkontakte und Reisen über bzw. nach Bolivien intensivieren die Kontakte.

 

4. Lehren und Lernen

4.1 Unterrichtsgestaltung

Ein gemeinsam erarbeitetes Methodenkonzept und unser schulinternes Fachcurriculum (Kompetenzen, Inhalte, Leistungsnachweise) sind verbindliche Grundlagen für unseren Unterricht.<//strong> 

Im Schulalltag helfen uns verschiedene Unterrichtsformen bei der individuellen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler. Bei uns ergänzen sich offene, differenzierende und lehrerzentrierte Arbeits-, Sozial- und Lernformen.

- (individuelle) Arbeitspläne
- Binnendifferenzierung
- Stations- und  Freiarbeit
- Partner-, Einzel- und Gruppenarbeit
- Stuhl- und Morgen- bzw. Erzählkreis
- Planung und Durchführung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten
- projektorientierter Unterricht
- Projektwoche unter einem Leitthema
- Miniprojekte, klassen- und unterrichtsbezogene Vorhaben
- Lernwerkstätten
- jahrgangsübergreifender Unterricht
- rhythmisierter Schulvormittag mit Ritualen (z.B. gemeinsames Frühstück)
- Förderung der Lernkompetenzen, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit
- Präsentationen, Werkstattmappen

4.2 Förderung der Lesekompetenz

Die Schüler sollen am Ende der vierten Klasse unbekannte Texte flüssig vorlesen und verstehen können. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die Vermittlung der Basisfähigkeiten im Lesen, den Aufbau von Lesemotivation und die individuelle Leseförderung aller Schülerinnen und Schüler. Möglich sind hierfür:

- Lesetraining in allen Fächern
- Lesezeit
- Klassenlektüren, vielfältige lesebegleitende Aufgaben zu den Lektüren
- Vorlesen in der gemeinsamen Frühstückspause
- Vorstellen von Lieblingsbüchern
- Vorleseaktionen und -wettbewerbe
- individuelle Lesetagebücher in eigenverantwortlichen Arbeitsphasen
- " Bücherzeiten" (Ausleihe, Schnuppern, ...)
- besondere Leseaktivitäten (Lesenacht, -fest, -projekte, ...)
- Klassenbibliotheken
- Besuch einer Bibliothek (einmal in der Grundschulzeit)
- Niederdeutsch (AG, Vorlesewettbewerb)
- Zischprojekt (Zeitung in der Schule)
- besondere Aktionen und Projekte rund ums Buch
- Leseeltern
- Leseförderung mit Computerprogrammen
- Begegnung mit Autoren

4.3 Rechtschreibförderung

Die Vermittlung grundlegender Rechtschreibkenntnisse und -strategien, das Anwenden von Rechtschreibregeln und -hilfen und die individuelle Rechtschreibförderung aller Schülerinnen und Schüler sind wichtige Zielsetzungen unserer Schule. Möglich sind hierzu:

- Aneignung von Rechtschreibstrategien und -regeln
- Arbeit mit einem Grundwortschatz (z.B. Fibelwörter, Elefantenbuchliste)
- wöchentliche Rechtschreibstunde für die Klassenstufen 3 und 4
- gezielte Förderung der Kinder mit Problemen beim Schriftspracherwerb
- fehlerfreies Abschreiben als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip
- gekennzeichnete Fehler werden zeitnah von den SchülerInnen verbessert
- regelmäßige kleine Diktate von Wörtern, Sätzen oder Texten (auch Dosen-, Partner-, Schleichdiktate, …)
- Fehler bei den Diktaten (Klassenarbeiten) werden gewissenhaft bearbeitet (im Kollegium abgestimmte Vorgehensweise)
- Wörtertraining (z.B. Lernwörter, Wochenwörter, Diktatwörter, Wörterlisten, Kärtchen)
- "Wörterklinik" oder "Rechtschreibleiter" als mögliche individuelle und kontinuierliche Übungsprogramme
- Rechtschreibung überprüfen und nachschlagen/regelmäßige Übungen zum Umgang mit dem Wörterbuch
- zusätzliche Rechtschreibdiagnostik

4.4 Vergleichs- und Parallelarbeiten

Unsere Resultate bei Vergleichsarbeiten werden in den Fachkonferenzen Deutsch und Mathematik differenziert betrachtet und ausgewertet. Die Ergebnisse und Auswertungen liegen zur Einsicht in der Schule bereit. Gern erläutern wir nach Absprache Einzelaspekte. Die Auswertung der Vergleichs- und Parallelarbeiten werden schulintern und in Zusammenarbeit bzw. Austausch mit Nachbarschulen genutzt, um eventuelle Förderschwerpunkte herauszuarbeiten.  

4.5 Arbeit mit individuellen Lernplänen

Für die Förderung fachlicher oder sozialer Kompetenzen werden Lernpläne geschrieben. Dabei gehen wir kleinschrittig vor und streben realistische Ziele und Maßnahmen an. Hierfür werden grundsätzlich individualisierende schulische Maßnahmen, aber auch außerschulische Verpflichtungen vorgesehen.

4.6 Hilfen bei Lernproblemen

Bei auftretenden Lernproblemen arbeiten wir grundsätzlich intensiv mit den Eltern zusammen, um die notwendige Unterstützung im Elternhaus zu erhalten. In besonderen Fällen werden wichtige Ansprechpartner (Jugendamt, Förderzentrum, Kreisfachberater) zur Beratung und Unterstützung einbezogen.

 

5. Mitwirkung und Zusammenarbeit

5.1 Zusammenarbeit mit Eltern

- Elterninformation (Elternabende, Elternbriefe, Unterrichtsbesuche, Telefonketten)
- regelmäßige Gesprächsangebote der Lehrkräfte
- Elternhilfe im Unterrichtsalltag und bei besonderen Vorhaben (Arbeitsgemeinschaften, Leseeltern, Projekte, Basteltage, Ausflüge, Schulgartenarbeit)
- Organisation des Schulfestes durch die Eltern
- „Elternfeuerwehr“ (z.B. bei Erkrankung der Lehrkräfte)
- Elternmitwirkung in den Gremien

5.2 Zusammenarbeit mit Förderzentren

- Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf
- Einbindung der Förderschule in beratender Funktion (Kinder mit präventiven Förderplänen)


5.3 Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten/Kindergärten

- Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen in Groß Wittensee, Holtsee, Haby und Sehestedt
- Vereinbarungen über das Verfahren und die Inhalte der Zusammenarbeit werden jährlich gemeinsam überprüft – ein gemeinsames Konzept wird fortentwickelt
- vorschulische Maßnahmen wie Schulung der phonologischen Bewusstheit und der Feinmotorik in den Kindertageseinrichtungen
- Kindertageseinrichtungen in Groß Wittensee und in Holtsee nutzen die Räumlichkeiten ihres jeweiligen Schulstandortes für Projekte
- wöchentliches Kinderturnen der Kindertagesstätten in den Sporträumen der Schulstandorte
- gemeinsame Elterninformationsabende vor der Einschulung
- mit Einverständnis der Eltern Vorgespräche über individuellen Entwicklungsstand der schulpflichtigen Kinder
- gemeinsame Aktionen und Projekte (Basar für Bolivien, Polizeibühne, etc.)
- gegenseitige Besuche

5.4 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Kirche:
- Einschulungsgottesdienst 
- Erntedankgottesdienst 
- Besichtigung der Kirche
- Weihnachtsfeier in der Kirche (Groß Wittensee)
- Konfirmandenunterricht in der Schule (Groß Wittensee)

Sportvereine:
- Fußball, Tischtennis, Turnen
- regelmäßige Abnahme der Sportabzeichen

DRK :
- Aufführungen der Schulkinder zum Seniorenadventskaffee
- Blutspenden in der Schule

Schulmeisterbühne (Premieren in Holtsee)

VHS: gemeinsame Nutzung Räume + Computer

Projekt „Alte Schule“ Holtsee  Hausaufgabenbetreuung

Meierei Genossenschaft Holtsee, regelmäßiger Besuch der Käsekiste

Weihnachtsmarkt in der Schule Groß Wittensee unter Beteiligung aller Vereine

 

6. Betreute Grundschule

An beiden Standorten gibt es Betreuungsangebote im Anschluss an den Unterricht.

Groß Wittensee:

Die Wittenseer Kinder können nach dem Unterricht (aktuell von 11.50 Uhr - 14.30 Uhr) betreut werden. Die „Betreute Grundschule“ befindet sich im Obergeschoss des Schulgebäudes. Träger der Einrichtung ist die Gemeinde Groß Wittensee.

Das aktuelle Betreuungskonzept:

- ab 11.50 Uhr: freie Spielzeit
- 12.15 Uhr: warmes Mittagessen (3./4. Klasse entsprechend später), danach freie Spielzeit
- 13.30 Uhr – 14.00 Uhr: Hausaufgaben 
- 14.00 Uhr - 14.30 Uhr: Spielzeit/Abholung
- Bei schönem Wetter wird auch der Spielplatz auf der Schulwiese genutzt.

Holtsee:

Die „Betreute Grundschule“ befindet sich im Obergeschoss des Schulgebäudes. Träger der Einrichtung ist die Gemeinde Holtsee.

Das aktuelle Betreuungskonzept:

- 7.00 Uhr -7.45 Uhr: freie Spielzeit
- 11.45 Uhr -14.00 Uhr: Spiel- und Bastelangebote im Schulgebäude und auf dem Schulhof

 

7. Jahresarbeitsplan

In einem Jahresarbeitsplan werden für bestimmte Entwicklungsbereiche Ziele, Maßnahmen, Zuständigkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten festgelegt. Hier werden auch konkrete Realisierungszeiträume und Indikatoren vereinbart.

Unterrichtsvorhaben, die sich für unsere Unterrichtsentwicklung bewährt haben, sollen im Schulprogramm neu verankert werden. Sie können aber auch dahin wirken, dass vorhandene Inhalte des Schulprogramms ergänzt, verändert oder aber abgelöst werden.

Der aktuelle Arbeitsplan kann bei der Schulleitung eingesehen werden.